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Das Wattenmeer:

Küste


Strand, Inseln und Dünen
Der ostfriesischen Küste ist ein Gürtel von 7 größeren bewohnten und kleineren unbewohnten Düneninseln vorgelagert. Sie - ebenso wie die westfriesischen Inseln vor der niederländischen Küste - sind aus einem Sandwall, der durchbrochen wurde, entstanden. Die nordfriesischen Inseln sind allerdings Überreste des früheren Festlandes, das in mehreren Sturmfluten im Mittelalter abgebrochen wurde. Zusammen mit Sandbänken und Riffen bilden diese Düneninseln eine Barrieresystem, das Sturmfluten, Strömungen und Flutwellen abschwächt. Dadurch tragen sie zur Bildung und zum Schutz der Salzwiesen bei.

Strand
Das Strandgebiet erstreckt sich von der Niedrigwasserlinie bis zum Dünen- bzw. Deichfuß. Aufgrund der Wasserbewegung und des Windes setzen sich hier hauptsächlich größere Partikel ab; sie können aber immer wieder bewegt und weitergetragen werden. Wenn es stärkere Stürme (aus nordwestlicher Richtung) gibt, kann es passieren, daß der sogenannte nasse Strand, der sich zwischen Hoch- und Niedrigwasserlinie befindet, abgetragen wird. Auf dem trockenen Strand werden die trockenen Sandmassen abgesetzt und zu Dünen zusammengeweht. Unter diesen Lebensbedingungen befinden sich hier keine größeren Ansammlungen von höheren Pflanzen. Der Strand wird - im Gegensatz zum Watt - auch nicht von größeren Tieren bewohnt. Allerdings leben hier mehrere hundert Arten von winzigen Tieren, die kaum größer als ein Sandkorn sind. Sand- und Seeregenpfeifer und Zwergseeschwalben brüten auf dem Strand. Ihre Nester liegen offen und ungeschützt, aber sie sind durch die Farbe und Zeichnung der Eier gut getarnt. Am Spülsaum suchen auch viele andere z.B. in den Salzwiesen brütende Vögel nach Nahrung. Landeinwärts grenzen mehrere Dünenzüge an den Strand, wobei die neueren (jüngeren) seeseitig liegen.

Dünen
Die Bildung der Dünen ist ein sehr komplizierter Vorgang, bei dem das Zusammenspiel von Wasser, Wind und Vegetation von fundamentaler Bedeutung ist. In der Küstenregion von Niedersachsen befinden sich die Dünen auf den vorgelagerten Düneninseln. Deshalb ist die Bildung der Dünen auch ein Teil der Entstehungsgeschichte der Inseln. Wenn die Sandmassen zu einer Höhe oberhalb des mittleren Hochwassers abgelagert worden sind, trocknen diese Sandschichten im Wind, werden von diesem fortgetragen und lagern sich hinter großen und kleinen Hindernissen (Muscheln, Pflanzen, Strandgut etc.) wieder ab. Obwohl der Gehalt an im Sand enthaltenen Nährstoffen relativ groß ist, wachsen am Strand nur einige salzresistente Pflanzen. Diese Pflanzenansammlungen sind von großer Bedeutung für die Dünenbildung. Sie verankern sich nämlich mit ihren Wurzeln im Sand. Einerseits wird dadurch die Erosion des Sandes verhindert, andererseits wird die Sedimentation unterstützt. Je mehr Sand sedimentiert wird und je mehr Vegetation sich ansiedeln kann, desto höher wachsen die Dünen.


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©1997 Julie Brinkman, Julia Ihnen, Malte Uphoff