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Wie viele andere Lebensräume auf unseren Planeten ist auch das Wattenmeer fortlaufend durch eine Vielzahl von Umweltproblemen bedroht. Natürlich ist die Umweltverschmutzung hierbei das Hauptproblem. Es gibt immer noch Länder in Europa, die die Nordsee als kostenlose Mülldeponie benutzen, und dies trägt selbstverständlich nicht zur Verbesserung der Wasserqualität bei, sondern verschlechtert sie im zunehmenden Maße. Außerdem fließt sämtliches Wasser der Flüsse und somit alle giftigen Stoffe, die diese im Inland aufgenommen haben, in die Nordsee. Zwei andere Probleme stellen der Küstenschutz und die Landwirtschaft dar. Sicherlich ist Küstenschutz eine wichtige Notwendigkeit, die von den Deichbänden und -achten durchgeführt werden muß. Aber müssen diese denn wirklich Deiche auf Salzwiesen bauen, nur weil dies die ökonomisch günstigere Version ist? Und warum müssen Landwirte immer mehr Kunstdünger benutzen, wo doch Überkapazitäten vorhanden sind und gerade biologisch angebaute Produkte sich einer zunehmenden Beliebtheit erfreuen?
Aber das wohl umstrittenste Problem ist der Tourismus. Auf der einen Seite ist er die Haupteinnahmequelle der Küstenbewohner, auf der anderen Seite trägt er doch deutlich zur Gefährdung des Wattenmeeres bei.
Weil das Wattenmeer eben gerade ein so einzigartiger Lebensraum ist, der eine immense Rolle als ein Rastplatz für die Zugvögel auf ihren Wanderungen und als eine Aufzuchtstation für viele Fische spielt, hat die Regierung des Bundeslandes Niedersachsen 1986 hier einen Nationalpark errichtet. Der Nationalpark ist 2400 km² groß und wird in drei Zonen eingeteilt. Die Ruhezone ist die Zone, in der die strengsten Regeln gelten. Niemand darf sie betreten. Die Zwischenzone stellt einen Kompromiß zwischen Umweltschutz und Tourismus dar. Zwar können Touristen sie in bestimmten Zeiten aufsuchen, müssen sich aber an strenge Regeln halten. Als letztes ist hier die Erholungszone zu nennen, die vollkommen für den Tourismus freigegeben ist. 54% des Nationalparks gehören zur Ruhezone und nur 1% zur Erholungszone. Diese Zahlen verdeutlichen doch sehr gut, was die Gründer des Nationalparks vorhatten, als sie diesen damals errichteten.Und der gewärtige Zustand des Wattenmeeres zeigt ihnen, daß sie mit ihrem Vorhaben sehr erfolgreich waren und hoffentlich auch bleiben werden. |